Verbindung numero uno ist getrennt

abgehakt

Und wieder ist ein Punkt abgehakt - dieses mal sogar ein ziemlich bedeutender. Die Kündigungen für unsere Jobs sind raus. Wir lösen uns langsam aber sicher. Jetzt haben wir beide noch drei Monate zu arbeiten, dann hängen wir so zusagen in der Luft und fangen an von unseren Ersparnissen zu leben. Ein komisches Gefühl, auch wenn wir es seit langem geplant haben.

Wie wird sich wohl unsere Einstellung zum Konsum verändern? Wahrscheinlich erst einmal nicht so sehr, aber ich könnte mit vorstellen, wenn der Tag kommt, an dem wir auf einmal nicht mehr früh aufstehen müssen, wird es uns erst so richtig bewusst werden, dass wir ab nun von dem leben, was wir vorher auf die Seite gelegt haben. Sparsam waren wir ja eigentlich schon immer. Klar haben wir uns auch ab und zu mal etwas gegönnt, um ein bisschen Abwechslung und Spaß in den alltäglichen Ryhtmus zu bringen, aber mit dem Gedanken, dass bald Schluss mit regelmäßigen Gehaltszahlungen ist…Werden wir uns da Sonntags noch frische Brötchen vom Bäcker holen oder doch lieber die Brötchen von gestern zum Aufbacken nehmen? Ach und ein Marzipancroissant muss ja nun auch nicht sein oder? Viel zu teuer für 1.20€. Ich sehe schon zwei glückliche Hungerhaken durch die Weltgeschichte reisen. Oder für 14,-€ in die Bäderland-Sauna? Ach ne, lass mal davon können wir in Nicaragua schon einen Tag Unterkunft und Verpflegung bezahlen und schwitzen werden wir auch bald mehr als genug.

Mit der Kündigung machen wir uns natürlich auch vermehrt Gedanken, ob wir denn nach unserer Reise wieder eine Arbeit bekommen werden. Es wird bestimmt nicht einfach sein sich nach einer so langen Zeit wieder einzuleben, aber wir sind an keinen Ort gebunden und es gibt genügend Beispiele von Menschen, die es geschafft haben. Da muss man auch einfach mal optimistisch denken, sonst könnten wir unser Projekt ja gleich an den Nagel hängen.

Als nächstes müssen wir uns nun mit der bekanntesten Agentur Deutschlands auseinander setzen. Zuerst einmal arbeitssuchend melden. Das ist vorgeschrieben, sobald man weiß, ab wann kein Arbeitsverhältnis mehr bestehen wird, auch wenn wir gar keine neue Arbeit suchen. Soweit ich mich erinnere, müssen wir für mindestens einen Tag das ALG I bezogen haben, bzw. den Anspruch darauf geltend gemacht haben, damit während unserer Reise dieser Anspruch, der einem ja zusteht, wenn man mind. die letzten 12 Monate sozialversichert war, nicht verloren geht. Geld werden wir wegen der drei monatigen Sperrfrist bei Eigenkündigung zwar keines bekommen, aber es geht ja auch nur darum, dass der Anspruch darauf nicht verloren geht. Ein oder zwei Tage später melden wir uns dann bei der Agentur für Arbeit ab, da wir auf Weltreise gehen und dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Wenn wir uns nun innerhalb der nächsten vier Jahre wieder zurück melden, haben wir noch Anspruch auf 9 Monate ALG I. Die Sperrfrist ist bis dahin abgelaufen. Ich bin gespannt, ob es wirklich alles so ablaufen wird, wie ich es geschildert habe.

So und was ist sonst noch im März passiert?
Wir fangen langsam an, die ein oder andere Schublade zu entmüllen. Ich hatte eine Woche Bildungsurlaub in der ich einen Spanischkurs Grundstufe 2 besucht habe. Tatjana ist super glücklich, das sie ihre noch anstehenden Dienste und Fortbildungen an einer Hand abzählen kann. Und irgendwie haben wir ständig tausend Kleinigkeiten auf dem Zettel, die noch gemacht werden müssen - wie jeder andere auch in diesem Hamsterrad.

Heute in genau vier Monaten am 26.07.2009 geht unser Abenteuer los.
Seid gegrüsst, Helge und Tatjana

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>