Tulum(Mexiko) - Caye Caulker(Belize)

    Jedes Mal, wenn wir eine schöne, freundliche Unterkunft verlassen, fragen wir uns wie wird wohl die nächste werden? Auch so schön, nur anders eben oder vielleicht sogar noch besser? Leider traf das auf unsere folgende Herberge nicht zu. Wir hatten eher das Gefühl im Hinterzimmer einer Tankstelle zu schlafen. Die Fahrt von Tulum nach Chetumal in einem der klimatisierten Mercedes-Reisebusse war unspektakulär. Zwei Spielfilmlängen später in Chetumal angekommen, ging es dann nach einer halben Stunde Aufenthalt weiter nach Corozal in Belize.

Dieses mal aber mit einem alten, ausgemusterten, amerikanischen Schulbus. Das Reisen in solch einem Bus fühlt sich irgendwie echter an - nicht so abgeschottet von der Außenwelt - und wenn dann noch die Beschallung mit coolem spanischem HipHop oder Reggaemucke losgeht, fängt es an, richtig Spaß zu machen. Die Grenzformalitäten waren nicht besonders aufregend. „Keine Lebensmittel und keine Tiere im Gepäck?” - „Nö, haben wir nicht.” - „ O.k., weiter. Der nächste!”

20 Minuten später sind wir in Corozal ausgestiegen, denn unser Plan war, von dort mit einem Boot auf die vorgelagerten Inseln zu fahren. Aber wie sich später heraus stellte, geht der günstigere Weg über Belize City und dann mit einem Wassertaxi weiter auf die Cayes.

Corozal wurde im Reiseführer als aufregender Mix mexikanischer und belizianischer Kultur ohne die Hektik einer Grenzstadt beschrieben. Auf uns machte diese kleine Hafenstadt einen eher abweisenden und sehr armen Eindruck. Aber vielleicht waren wir noch zu sehr geprägt vom touristischen Tulum. Übernachtet haben wir im Maya World Guest House, in dem wir genau das Zimmer neben der Garage abbekamen. Dort stank es fürchterlich nach Benzin und durch die Matratze war jede Spirale zu spüren. Am nächsten morgen nahmen wir um 8.30 den Bus nach Belize City. Durch den Wechsel in eine andere Zeitzone bekamen wir sogar noch eine Stunde geschenkt. Die Fahrt nach Belize City führte durch ebenes Land, Kiefernsavanne wechselte sich mit Sumpfland ab. Vor langer Zeit war dieses Gebiet einmal Meeresgrund. Die Strasse, welche sich „Nothern Highway” nennt, ist eine mehr oder weniger gut asphaltierte Strasse, auf der wir über Orange Walk und Ladyville nach Belize City fuhren. Der Bus füllte sich langsam mit Menschen, bis auch der Gang voller Leute stand. In Belize City angekommen, nahmen wir ein Taxi zum Hafen, wo wir im Laufschritt gerade noch das Wassertaxi (ein kleines, überdachtes Speedboat) nach Caye Caulker erreichten. Caye Caulker ist unsere erste richtige Karibikinsel, auf der wir ein paar Tage bleiben werden. Wir haben eine nette Unterkunft gefunden und direkt östlich vor unserer Haustür, ein paar hundert Meter entfernt, liegt das zweitgrößte Korallenriff der Welt.

Belize, früher Britisch-Honduras, ist von der Fläche her etwa so groß wie Hessen. Rund 50% der Fläche steht unter Naturschutz. Die Regenwälder von Belize stellen den größten zusammenhängenden Rest der tropischen Regenwälder da, die früher weite Teile von Mittelamerika bedeckten. Ursprünglich gehörte Belize zum Einflussbereich der Spanier. 1798 wurde Spanien jedoch in einer Schlacht von den Engländern besiegt und das heutige Belize wurde zur Kronkolonie Britisch-Honduras.

Durch die unwegsame Küste, die größtenteils dicht mit Mangroven bewachsen ist und wegen der gefährlich, vielen Riffe vor der Küste, war hier früher ein Schlupfwinkel für britische Piraten, die auf fette Beute von spanischen Gallonen lauerten. Nachdem England aber ein Abkommen mit Spanien schloss, wonach die Freibeuter nun auch von England nicht mehr geduldet bzw. beauftragt wurden, ließen sich viele der britischen Freibeuter in Belize nieder und fanden in der Holzindustrie und dem Baumwollgeschäft ein neues Auskommen. Durch diese britischen Siedler war Belize schon immer mehr britisch als spanisch geprägt, so dass Belize heute das einzige Land in Mittelamerika ist, indem englisch gesprochen wird.

Die Bevölkerung ist bunt gemischt und besteht aus Gruppen unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Dazu gehören mit 4% auch die deutschstämmigen Mennoniten, welche ursprünglich von den Niederlanden über Russland, Nordamerika, Mexiko nach Belize gekommen sind. Die hellhäutigen Mennoniten sind durch ihre einfache Kleidung, Latzhose, hellblau-kariertes Hemd, und einen breitkrempigen Strohhut gegen den Schutz der Sonne, in der Bevölkerung leicht zu erkennen. Sie gelten als ausgezeichnete und hart arbeitende Bauern und Handwerker. (Helge)

Ein Kommentar zu “Tulum(Mexiko) - Caye Caulker(Belize)”

  1. Sarah sagt:

    Brigitte-Nanu als Babysitter schlägt den Atlas auf und differenziert ihre Erdkundekenntnisse mit Begeisterung und ein wenig wehmütigem Fernweh.Äußerlich seht ihr blendend aus,innerlich geht es euch hoffentlich ebenso.Sarah,Bjarne und ich sehen zur Zeit auch gut erholt von einem sonnigen Nordseesommeraufenthalt in WDS aus.Bjarnes Hautbild hat sich deutlich verbessert.
    Herzlichen Dank für deine lieben Abschiedsworte auf dem wunderschönen Japanpapier,liebe Tatjana!!!Ich bin gerührt und grüße euch beide herzlich,eure Brigitte.

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