Grande Cenote

Vorgestern haben wir einen einmaligen Ausflug zu einer der grössten - wie der Name schon sagt - Cenoten hier im Umkreis von Tulum unternommen. Cenoten sind Löcher im Kalksandstein, zumeist entstanden durch den Einsturz einer Höhlendecke. Die meisten Cenotenschächte sind bis zu 20 Meter tief, aber es gibt auch einige wenige, die einige 100 Meter hinab reichen. Einige Höhlen haben unterirdische Zugänge zum Meer. Hier lagert sich das Regenwasser auf dem Salzwasser ab, so dass beides über einander existiert, sich aber nicht vermischt. Die weiter vom Meer entfernten Höhlensysteme sind aber komplett mit Süßwasser gefüllt. Einige dieser Kalksteinlöcher (Cenoten) bilden Zugänge zu dem vermutlich grössten, zusammenhängenden Höhlensystem der Erde mit einer Gesamtlänge von 133km.

Die Gesamtlänge aller Höhlensysteme unter der Yucatan-Halbinsel ist aber noch sehr viel größer. Die Höhlen stehen fast alle unter Wasser und bilden in der Dürrezeit häufig die einzige Wasserversorgung auf der sonst sehr trockenen Halbinsel Yucatan. Man kann mit einem Guide in diese weit verzweigten Systeme hinab tauchen - Mindestvoraussetzung ist aber die Qualifikation eines Dive-Masters. Die Höhlensysteme werden auch „grosser Strom der Maya” genannt, da durch sie die Wasserversorgung der Maya gesichert wurde. Die Maya sahen die Cenoten als Zugang zur Unterwelt und so wurden hier viele Opfer durch das Ertränken gebracht.

Wir waren zum Glück relativ früh bei der Grande Cenote, so dass noch nicht zu viele Besucher dort waren. Das Schnorcheln und Tauchen in den mit Stalaktiten und Stalakmiten versehen Höhleneingängen ist wunderbar. Wirklich ein sehenswertes und beeindruckendes Naturereignis, wenn man sich vorstellt, wie diese Höhlen durch das Auswaschen des Kalkgesteins entstanden sind. Das Wasser ist kristallklar und es schwimmen viele kleine Fische herum. Man fühlt sich wie in einem riesigen Süßwasseraquarium. (Helge)

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