La Antigua Guatemala
Nun sind wir schon seit fast zwei Wochen in Antigua. Wir gehen jetzt wieder täglich zur Schule. Eine „Escuela de Espaniol” natürlich und eins können wir mit Sicherheit sagen, eine neue Sprache zu lernen, ist nicht so leicht, wie gedacht. Zumal wir uns ja weiterhin auf Deutsch unterhalten. Viele denken vielleicht nach mehreren Wochen in einem spanischsprachigen Land, kommt einem die Sprache so zu sagen zugeflogen, aber diese Erfahrung machen wir leider nicht. Auch wenn wir jetzt jeder unseren eigenen Spanischlehrer haben - das ist hier so üblich - geht es nur sehr langsam voran mit der Konversation. Nach dem ermüdenden Spanischunterricht erholen wir uns dann manchmal mit einem kleinen Mittagsschläfchen und stärken uns danach mit Kaffee und Kuchen in einer der vielen Konditoreien. Oder wir machen einen kleinen Rundgang durch die Stadt und besichtigen eine der vielen Kirchen.
Da wir in unserer Unterkunft eine Gemeinschaftsküche haben, verbringen wir auch wieder etwas Zeit mit Einkaufen und Kochen. Schön, mal wieder selber zu bestimmen, was und wie ein Essen auf den Tisch kommt. Nach dreieinhalb Wochen essen gehen, genießen wir es, unser Essen wieder selbst zu zubereiten.
„La Antigua Guatemala” - das alte Guatemala - wie die Hauptstadt offiziell genannt wird, wurde drei Jahre nach dem Erdbeben von 1773 dahin um verlegt, wo sich heute Guatemala City befindet. Nur durch die Aufgabe der zerstörten Hauptstadt wurde das heutige Stadtbild bewahrt. Nach dem viele Gebäude wieder aufgebaut und restauriert wurden, ist die Stadt heute von grünen Parks, Klöstern, Kirchen und alten Kolonialhäusern geprägt. Antigua befindet sich auf einer Höhe von 1530m Höhe und ist umgeben von drei Vulkanen, die die 30000 Einwohner zählende Stadt noch mal um 2000m überragen. Ein Platz, an dem man sich von dem eher lauten und hektischen Guatemala erholen kann.
Dieser Ort hat jedoch nichts mit dem wirklichen Guatemala zu tun. Hier wirkt alles relativ sauber und aufgeräumt, es gibt keine streuenden Hunde, dafür aber schicke Boutiquen, teure Autos und viel Sicherheit. Ein Grund weshalb hier viele Touristen und reiche Guatemalteken zu sehen sind. Man hat ein bisschen das Gefühl in eine andere Welt katapultiert worden zu sein. Antigua ist eine kleine beschützte Enklave für die Reichen in einem armen Land. Dieser Eindruck wird noch mal verstärkt durch folgende Geschichte: Ich habe versucht eine Travel Agency zu finden, die zuverlässig Touren auf einen der drei großen umliegenden Vulkane Acatenango (3976m), Aqua (3766m) und den Fuego (3763m) anbietet. Bei zwei alteingesessenen Tour-Organisatoren habe ich jedoch die gleiche Antwort erhalten. Touren sind im Moment wegen der Überfälle nicht möglich. Die Chance, bei einer Besteigung auf einem der drei Vulkane überfallen zu werden, liegt bei 50%. Daher werden aktuell keine Trips von renommierten Travel-Agencys angeboten.
Auch die vielen Wachleute und Polizisten hier geben einem das Gefühl in einem abgeschotteten Hochsicherheitstrakt zu leben. Na ja, das ist jetzt vielleicht ein wenig übertrieben, aber schön ist es nicht und es nervt, wenn man sich nicht auf eigene Faust bewegen kann, um das Umland zu erkunden, weil man nicht genau weiß, wie hoch denn nun wirklich die Gefahr ist. Im Grunde ist es an anderen Orten in Guatemala auch nicht anders, nur das hier der Kontrast besonders auffällig ist. Auch überall sonst muss man sich über die Sicherheitslage informieren, bevor man alleine abseits der Touristenpfade gehen möchte. Auf Dauer hätten wir aber keine Lust, in so einem Land zu leben.
Trotz des krassen Kontrast zu den übrigen Städten Guatemalas oder gerade deswegen, ist es hier für eine gewisse Zeit ganz angenehm. Abends kann man ohne Sorge auf die Strasse gehen und das Angebot an Sprachschulen, Lebensmitteln, Souvenirs, Museen und alten Kirchen, die es zu besichtigen gibt, ist groß. Man befindet sich hier sozusagen in einem lebenden Museum der Kolonialzeit, aber mit allen Annehmlichkeiten der modernen Zeit.

Freitag 16. Oktober 2009 um 12:14
Antigua und Kuchen und Kolonialmuseum und herrliches Klima und Sicherheit und grüne lauschige Berge paßt alles gut zusammen und ich kann mir das alles gut vorstellen, guter Bericht.
Liebe Grüsse und sichere Weiterreise
Euer Dirk und Papa
Sonntag 18. Oktober 2009 um 19:17
Schöne Bilder… war ja im Jahr 2000 zweimal in Antigua und wenn ich Eure Fotos sehe kommt es mir vor, als wenn es gestern war ;o)
Fühlt Euch umarmt,
Örnie
Dienstag 20. Oktober 2009 um 13:23
Hallo Ihr beiden!
Bei den vielen tollen Fotos bekommt man wirklich Fernweh! Ich wünsche Euch viel Erfolg beim Spanisch lernen und freu mich auf viele weitere interessante Reiseberichte von Euch!
Viele Grüße von Sarah, Heiko, Bjarne, Brigitte und Schwingenheuers, denen es allen sehr gut geht!