Flores
Jetzt sind wir schon seit zwei Wochen in Flores, unserem ersten Stopp in Guatemala. Diese kleine Inselhauptstadt ist mit ihrer ruhigen Atmosphäre, am Lago de Peten Itza gelegen, und hat einiges zu bieten. Hier gibt es viele kleine, bunte und für Mittelamerika typische Häuser. In einige kleinen Tiendas kann man das nötigste kaufen. Schöne Restaurants, Bars und Lokale sind am Ufer des Sees verteilt und bieten einen herrlichen Blick über den Lago del Peten Itza. In der Mitte von Flores auf einer leichten Anhöhe liegt der Parque Central, ein Treffpunkt für die Einheimischen am Abend. Viele Jugendliche betätigen sich hier am Abend bei aufkommender Kühle sportlich auf dem nahe gelegenen Sportplatz. In Flores wird momentan an einer Ringuferstrasse um die gesamte Halbinsel gebaut. Wenn diese erst einmal fertig ist, wird das den Charme des Städtchens sicherlich noch weiter steigern.
Santa Elena und San Bonito sind die Orte auf dem Festland vor Flores, welche praktisch zu einer Gemeinde verschmolzen sind. Dort geht es wesentlich hektischer zu und es gibt dort außer Geschäften, Banken und einem recht wenig attraktivem Markt noch einen kleinen Flughafen und ein fast fertig gestelltes Einkaufszentrum.
Bei unserer Ankunft in Flores hatten wir das Glück, dass gerade ein Festival gefeiert wurde. So wurden hier am Seeufer etliche, verschiedene kulinarische Gerichte angeboten. Zeitgleich wurden kulturelle Dinge vorgetragen, Musik gespielt und es wurde gezeigt, wie die Chicleros - die Gummisammler - einst in Guatemala gearbeitet haben. Chicle ist die natürlich gewonnene Grundsubstanz für Kaugummi. Zwischen 1939 und 1949 - bis zur die Herstellung von synthetischen Gummi - war die Nachfrage nach dieser weißen Flüssigkeit am größten. Durch V-förmige Einschnitte in die Rinde des Chicozapote-Baum wurde der herabtropfende Saft in darunter aufgestellten Schalen aufgefangen. Der flüssige Kautschuk wird dann über einem Holzfeuer aufgekocht und in Holzformen erhärtet. Es gibt nunmehr nur noch etwa 100 Chicleros, die im Regenwald Guatemalas in der Region Peten umherziehen, auf der Suche nach den Chicle produzierenden Bäumen. Ein von der Bevölkerung viel besuchtes Festival und wir haben uns gefreut, zufällig mittendrin gewesen zu sein.
Vom Ambiente her haben wir uns hier in Flores gleich sehr wohl gefühlt und uns recht kurz dazu entschieden, für etwa zwei Wochen zu bleiben und unseren ersten Spanischkurs zu besuchen.
In den letzten zwei Wochen lernten wir in der Sprachschule „Dos Mundos”. Eva, unsere sehr nette und geduldige Lehrerin hat uns täglich vier Stunden Spanisch beigebracht, wobei Helge und ich eine Gruppe bildeten. Normalerweise gibt es nur Einzelunterricht, aber für den Anfang war eine 2er-Gruppe genau richtig. Der Unterricht fand in einem kleinen Hinterhof statt, wo man noch recht gut gegen die pralle Sonne geschützt war. Dennoch wurde es gegen Mittag schwierig, sich weiterhin bei aufkommender Hitze zu konzentrieren. Meistens brummte unser Schädel nach diesen allmorgendlichen Lektionen und wir pausierten danach erst einmal im Schatten am See bei einem kühlen Getränk. Nachmittags lernten und wiederholten wir dann, entspannten uns einfach bei einem schönen Buch und der wunderschönen Sicht auf den See oder machten einige kleine Kurzausflüge hier in der Umgebung.
Mit einer Lancha - kleines Langboot - oder einem TukTuk - dreirädriges Auto - kann man sich von Flores aus, zu verschiedensten nahe gelegenen Orten fahren lassen. So sind wir zum Beispiel nach Tayasal, der Halbinsel gegenüber von Flores gefahren. Der Ort auf Tayasal heißt San Miguel und von dort aus konnten wir einen schönen Spaziergang durch den nahe gelegenen Dschungel zu einem Aussichtspunkt - Rey Kanek - machen, mit einem herrlichen Ausblick auf Flores. Außerdem haben wir die nahe gelegenen Höhlen „Grutas Actun-Can” und ein kleines Museum auf einer Insel “Santa Barbara” vor Flores besucht.
Was uns an diesem Ort besonders gefällt, ist die Ruhe. Es sind hier sehr wenige Touristen und wenn mal eine größere Gruppe hier ist, dann bleibt sie meist nur zwei Tage, um von hier aus einen Ausflug nach Tikal zu unternehmen. Aktuell ist zudem auch noch Nebensaison und Regenzeit, aber das stört uns kaum. Denn trotzdem scheint die Sonne viel und nur jeden zweiten Tag gibt es einen heftigen Regenguss. Im Gegensatz zu Deutschland, wo es oft wochenlang Bindfäden regnet, ist hier ein Regenguss eher etwas Angenehmes und Erfrischendes. Mit dem Regen einher kommen manchmal recht beeindruckende kurze Stürme, die in ihrer Heftigkeit so schnell kommen, wie sie wieder verschwinden. Dazu kommen heftigste Donnerschläge und Blitze. Dieses sich ständig wiederholende Naturschauspiel reicht mir schon völlig aus, um den nötigen Respekt vor den Naturgewalten zu bekommen. Und ich hoffe, dass ich keinen Hurrican erleben muss.
In einem Hotel haben wir hier ein günstiges Zimmer, mit (meistens) viel Ruhe und einem grandiosen Blick auf den See. Aber nach 2-3 Wochen haben wir jetzt auch wirklich alles von Flores gesehen und kennen jeden Laden und jede Strasse. Es wird also bald mal wieder Zeit, den Ort zu wechseln. Ein paar Tage werden wir hier noch das Gelernte wiederholen und dann geht es weiter. So, anbei noch ein paar Fotos, um sich das ganze auch vorstellen zu können, hasta luego und viel Spaß! (Nana)
Dienstag 15. September 2009 um 15:35
Hallo,ihr Sonnenkinder,vom Enkeldienst jeden Dienstag lese ich eure herrlichen Berichte und kann mir eure Schnorcheleindrücke gut vorstellen,nachdem wir mit Opa einen eindrucksvollen Ausflug in Hagenbecks neues Troparium gemacht haben.Auch Opa war begeistert und konnte die prächtigen Farben gut erkennen.Als neue Abonnentin von “Bild der Wissenschaft”bilde ich mich gerade zum Titelthema “Neueste Erkenntnisse aus der MAYA-Forschung”und habe dabei euch in den Bildern gesehen.Wenn ich bedenke,dass ich schon vom Palast von Knossos sehr beeindruckt war……..
Viele liebe Grüße sendet euch Brigitte