Unser Trip nach Montezuma - Costa Rica

Endlich wieder am Meer… am Pazifik in Costa Rica. Am Donnerstag den 29.10.2009 sind wir nun auf der Halbinsel Peninsula de Nicoya in einem Ort Namens Montezuma angekommen (solange wir von der Rache Montezumas verschont bleiben…kein Problem). Unsere neue Unterkunft befindet sich direkt am Meer. Ca. 30m sind es durch den kleinen Vorgarten mit Palmen bis zur Küste. Ich sitze auf der breiten Veranda vor unserem Zimmer im Obergeschoss mit Blick auf den Pazifik und schreibe unseren neuen Bericht. Wie schön, endlich mal wieder das Rauschen der Brandung zu hören und den frischen Meereswind zu spüren. Kaum Verkehr, außer ein paar Geländewagen, keine Abgase und vor allem Ruhe und viel Natur. Man merkt, es wurde Zeit für uns, Antigua endlich zu verlassen und mal wieder ans Meer zu fahren. Hier können die Sinne wieder aufatmen. Die Fahrt hierher hätte für unseren Geschmack allerdings ein bisschen reibungsloser verlaufen können.

Mittwoch Nacht klingelt unser Wecker um 2.00 Uhr. Nach drei Stunden Schlaf stehen wir auf, machen uns frisch, packen die letzten Sachen in unsere Rucksäcke und warten, bis es kurz vor drei Uhr ist. Um drei sollte uns ein Taxi abholen, welches wir einen Tag zuvor bestellt und bezahlt hatten. 15 Minuten früher oder später, könnten wir damit rechnen, dass es uns abholt, wurde uns auf Nachfrage nochmals versichert. Viele ahnen wohl schon, was jetzt kommt. Um kurz vor drei gingen wir zur Eingangstür unserer Unterkunft. Der Besitzer hat uns die Tür aufgeschlossen und mit uns zusammen gewartet. 3.10 Uhr: Eine böse Vorahnung machte sich in uns breit und wir dachten an unseren missglückten Transport nach Tikal. Um 3:15 Uhr baten wir dann unseren Hotelbesitzer für uns bei der „Emergancy Hotline” der Reiseagentur, die angeblich 24 Stunden rund um die Uhr besetzt ist, anzurufen - natürlich ging keiner ans Telefon. Das kann doch nicht wahr sein, haben wir gedacht. Da möchte man am liebsten zu dieser Travel Agency und die Tür eintreten. Dann kam noch die Frau von unserem Hotelbesitzer dazu und wollte wissen was los ist. Zusammen haben die beiden dann versucht, nachts um 3.30 ein neues Taxi für uns zu organisieren. Der Flug von Guatemala City nach San Jose sollte um 6.40 gehen. Zum Glück hatten wir das Taxi überrechtzeitig bestellt. So hatten wir noch genug Zeit. Nach ein paar Telefonaten haben die beiden dann auch tatsächlich noch ein Taxi für uns gefunden. Allerdings für den doppelten Preis. Aber das war uns in dem Moment ziemlich egal. Wie gut, dass der US-Dollar so günstig zum Euro steht. Zusammen genommen haben wir nun 60,-USD für die Fahrt zum Flughafen bezahlt. Na ja, ist ja jetzt nicht mehr zu ändern. Schade, nur dass diese Leute von der Reiseagentur ungeschoren davon kommen. Dort wo wir das Taxi bestellt hatten, hat uns die Frau noch gesagt, kommt es regelmäßig zu Problemen. Also nicht immer nur das billigste Angebot nehmen, denken wir uns fürs nächste Mal. Um vier werden wir dann endlich abgeholt. Vielen Dank für die nächtliche Hilfe.

Als wir dann kurz vor fünf am Flughafen ankamen, gab es am Schalter der CopaAirline die nächste Überraschung. Ohne einen Weiterreisenachweis für Costa Rica, kommen wir nicht an Bord. Da wir kein Rückflugticket oder sonst irgendetwas besaßen, riet der gute Mann von der Airline uns, dass wir ein OpenTicket für einen Autobus von Costa Rica nach Panama kaufen sollten. Erst wenn wir im dieses vorzeigen, könne er uns unsere BoardingPässe geben. Wir also wieder raus, rein ins Taxi und ab durch das dunkle Guatemala City zu TicaBus, einem Bus-Unternehmen für lange Busfahrten in Mittelamerika. Wie gut, dass die Strassen um diese Zeit noch relativ leer waren. Bei TicaBus, die zum Glück schon um 5.00 auf gemacht haben, kauften wir uns dann ein OpenTicket von San Jose nach Panama City. Mal sehn wie offen das ist… Um 5.40 waren wir dann wieder am Airport, mittlerweile hatte sich vor dem Schalter schon eine lange Schlange gebildet. Der Angestellte am Schalter war aber so nett und ließ uns vor. Wir bekamen dann unsere BoardingPässe und hatten jetzt noch gute 50 Minuten bis zum Abflug. Also alles o.k. erst mal ein Kaffee und wieder entspannen.

Im Flugzeug kam dann die nächste Überraschung. Dieses mal aber eine Angenehme. Ohne es zu wissen, hatten wir Businessclass gebucht. Komisch nur, dass dies der günstigste Preis für unser Flugticket war, den wir im Internet gefunden haben. So saßen wir dann eineinhalb Stunden zwischen Krawattenträgern in breiten Sesseln mit viel Beinfreiheit. Ab jetzt lief wieder alles ganz normal. Vom Flughafen in San Jose nahmen wir ein Taxi zum  BusTerminal. Nach eineinhalb Stunden Warterei, ging es dann mit dem Bus um 10:30 nach Puntarenas. Dort angekommen haben wir uns dazu entschieden eine Nacht dort zu bleiben, um am nächsten Tag weiter nach Montezuma zu fahren. Ansonsten wären wir im Dunkeln dort angekommen und dann noch auf die Suche nach einer guten Unterkunft gehen, an einem Ort den wir nicht kennen… nicht so toll.

Puntaernas ist kein Ort an dem es sich lohnt, einen Tag zu verbringen. Die Menschen waren alle sehr unfreundlich. Kein „Buenas” oder „Adios” in Geschäften. Böse Blicke und blöde Sprüche von den Einheimischen auf der Strasse. Hoffentlich ist das eine Ausnahme… Um 19.00 waren wir wieder in unserer „Luxusherberge”, lagen im Bett und konnten uns die gespachtelte Reegipsdecke anschauen. Unsere Unterkunft sah aus, als ob jemand keine Lust mehr hatte, weiter zu arbeiten. Nur gut, dass wir so müde waren. Am nächsten morgen sind wir dann mit der Fähre in 1,5 Stunden auf die Halbinsel und von dort mit dem Bus durch den Dschungel nach Montezuma. Das war unsere Fahrt hierher. Anstrengend das Reisen! Und umso mehr freuen wir uns, an einem schönen Ort gelandet zu sein. Die Leute hier sind freundlich - nach unserem ersten Eindruck (jedenfalls oberflächlich, aber das zählt schon mal viel, wie wir nach Puntarenas feststellen). Verwöhnt von der meist freundlichen und zum Teil schon fast aufdringlichen Art der Guatemalteken, müssen wir uns hier erst einmal wieder an die Menschen und deren Umgang mit Touristen gewöhnen.

Nachdem wir bei einem Geldautomaten waren, haben wir hier 100.000,-Colones in der Tasche und das Gefühl, als ob wir mit Monopolygeld zahlen würden. Der Währungskurs entspricht 5800,-Colones zu 10,-USD. Und was uns auch gleich auffiel, waren natürlich die Preise. Ein Milchshake mit Früchten zum Beispiel gab es in Guatemala noch für umgerechnet 1,-USD. Hier bezahlt man das Vierfache. Da heißt es dann wieder den Gürtel enger stellen und hungern… Nein, das machen wir natürlich nicht, aber wir werden schon aufpassen, dass wir nicht zu oft essen gehen. Aber um wenig Geld auszugeben, ist Costa Rica eh nicht das optimale Reiseland. Es wird auch die Schweiz Mittelamerikas genannt. Dafür gibt es hier aber auch wieder ein viel breiteres Angebot an Waren. Wir freuen uns zum Beispiel, mal wieder eine Tafel RitterSport-Schokolade zu essen oder auf ein gutes Baguette.

Montezuma ist ein ganz kleiner Ort mit vielen Unterkünften, die zur Zeit noch größtenteils leer stehen, einer kleinen Hauptstrasse, einigen kleinen Restaurants, zwei kleine Supermärkte, vier Shops mit Klamotten, und einigen Travel-Agencys. An der Strasse stehen viele Hippies und Rastas, die ihren selbst gemachten Schmuck verkaufen. Viele Touristen sind noch nicht zu sehen, wodurch die Strände und alles andere angenehm leer ist. Die Brandung hier und insgesamt an der ganzen Pazifikküste in Mittelamerika eignet sich eher zum Surfen, als zum Baden oder Schwimmen. Es gibt aber kleine Buchten mit Stränden an denen das Wasser etwas ruhiger ist. In eine dieser Buchten bei Montezuma fließt  sogar ein kleiner Fluss über einen Wasserfall direkt ins Meer.  Der Fluss kommt aus einem Naturreservat und vor dem Wasserfall hat sich ein tiefer Pool gebildet. So kann man hier sowohl im Salz- wie auch im Süßwasser baden. Der Dschungel geht bis an den Strand, in den Bäumen sitzen Affen und kleine Eichhörnchen und schöne Vögel sind zu beobachten. Viel Natur, frische Luft und ein Blick bis zu Horizont auf der einen und in das tiefdunkle grün auf der anderen Seite. Herrlich, das gefällt uns auf Dauer doch tausendmal besser als Stadt.

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