Das WG-Leben hat uns wieder eingeholt

Montezuma - San Jose - Quepos (Manuel Antonio Nationalpark)

Also, wer einmal nach Costa Rica kommt, dem können wir Montezuma empfehlen. Zwar wissen wir nicht, wie es hier in der Hauptsaison zu geht, aber zur Regenzeit Ende Oktober haben wir hier 10 ruhige, schöne Tage verbracht. Der tägliche Regen hat uns bei den Temperaturen überhaupt nichts ausgemacht und es war sogar richtig gemütlich, sich die herunter prasselnden Wassermassen in der Hängematte liegend, von unserer Veranda aus an zu schauen. Auch unsere einfache, aber saubere und schön gelegene Unterkunft das „Pargo Feliz” hat uns gut gefallen. Wie unsere Unterkunft werden hier auch noch einige andere von Europäern geführt, aber es ist eine gute Mischung von Einheimischen und Ausländern, die sich hier nieder gelassen haben und man hat nicht das Gefühl, dass hier ein Ausverkauf statt gefunden hat. Obwohl die vielen „SE VENDE” (zu verkaufen) Schilder am Wegesrand hierher nicht zu übersehen waren.

Der Wasserfall auf den Fotos ist in ca. 45 Minuten, von Montezuma aus zu erreichen. Zuerst führt ein kleiner Weg am Flussufer entlang, dann wird der Fluss gequert, wobei die Hosen weit hoch gekrempelt werden müssen und dann geht es am gegenüber liegenden steilen  Flusshang weiter bis zum Wasserfall.

Nachdem wir nun unsere Weiterfahrt immer wieder noch mal um einen Tag verschoben haben, sind wir am Sonnabend in die Hauptstadt von Costa Rica gefahren. Das hieß wieder früh aufstehen, denn um 6.00 morgens ging unser Bus zur Fähre und dann von Puntarena weiter nach San Jose.

San Jose liegt in der Hochebene Valle Central auf 1170m Höhe. Hier ist es also wieder ein bisschen kühler. 343.000 Einwohner zählt die Stadt und zusammen mit den umliegenden Gemeinden, fasst die Metropole 1,5 Millionen Menschen. Für mittelamerikanische Grosstädte ist San Jose dann auch noch relativ überschaubar. Die Stadt wirkt verhältnismäßig sauber, aufgeräumt und modern. Es gibt sogar Ampeln, die für Blinde ein langsames oder schneller werdendes Vogelzwitschern abgeben und in Sekunden anzeigen, wie lange noch die Grünphase abläuft. Eine lange Einkaufsstrasse zieht sich von West nach Ost durch das Centrum. In der Mitte der Avenida Central bauen fliegende Händler nachmittags ihre Stände auf - Stände, dass sind eigentlich nur schwarze Plastikplanen, auf denen alles Mögliche zum Verkauf angeboten wird: hauptsächlich DVD-Filme, Musik, Lederwaren,…und viel KrimsKrams. Die Strassen sind wie in allen Großstädten in Lateinamerika schachbrettartig angelegt. Dabei führen die Avenidas von West nach Ost und die Calles von Nord nach Süd. Natürlich geht es auch hier laut und hektisch zu und der Verkehr ist für europäische Verhältnissen chaotisch und jeder Europäer, der sich hier mit einem Auto hinein wagt, macht wahrscheinlich drei Kreuze, wenn er wieder heil hinaus gekommen ist. Hier gibt es auch kaum Radfahrer. Nur ein, zwei Mal haben wir einen mit High-Tech-Klamotten ausgerüsteten Biker gesehen. Das passt dann so wenig in dieses Stadtbild und den Verkehr, daß man nur staunt, wie jemand hier Spaß am Fahrrad fahren haben kann. In San Jose gibt es mehrere Museen. Die Größten sind das Nationalmuseum, das Jademuseum und das Goldmuseum. Das Nationalmuseum haben wir besucht. Es ist untergebracht in dem ehemaligen Army-Hauptquatier. Es zeigt eine Sammlung von prä-kolumbianischen Kunstwerken aus Gold und Jade. Die nationale und kolonialen Geschichte Costa Ricas und seine Rolle in Mittelamerika wird hier durch viele Fundstücke und Schautafeln eindrucksvoll dargestellt. Ein lohnenswerter Besuch.

Am Rande von San Jose in dem Vorort Escazu gibt es ein riesiges Shopping-Center. Ausgestattet mit Markengeschäften und Kaufhäusern könnte diese auch genauso gut irgendwo in Hamburg sein. Hier wurde schon fleißig an der Weihnachtsdekorierung gebastelt. Die riesigen Weihnachtsbäume bestehen aus einem Metallgerüst, auf welches die künstlichen Tannenbaumzweige mit einem Stecksystem montiert werden.

Untergebracht waren wir die ersten zwei Nächte im Casa Leon - ein Hostel, welches von einem Schweizer geführt wurde. Die anderen zwei Nächte mussten wir in ein, nicht so schönes, dafür aber genauso teures Hostel umziehen, da der Schweizer Reservierungen vorliegen hatte, und keine Zimmer mehr frei waren. Interessant ist es immer zu fragen, was jemanden dazu verschlagen hat, sich irgendwo nieder zu lassen. Im Falle des Schweizers war es die Begeisterung für Costa Rica. Irgendwann bekam er von Bekannten das Angebot, ein Hostel zu übernehmen. Naja, aber vielleicht war da ja auch noch eine Frau im Spiel, denn San Jose ist nun wirklich nicht der schönste Ort, an dem es so besonders ist. Und was macht man hier die ganze Zeit? Draussen, ausserhalb der eigenen Wände geht es laut und hektisch zu und es gibt eigentlich keinen Grund, die eigene friedliche Oase zu verlassen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Und so haben wir den Schweizer dann auch meistens nur vorm PC sitzen sehen.

Am Mittwoch hatten wir dann genug von San Jose und haben uns auf den Weg nach Quepos zum Manuel Antonio Reservat gemacht. Mit dem Taxi sind wir zum Bus-Terminal (es war der erste Taxifahrer, der von uns nach der Fahrt weniger, als den vorher abgemachten Preis haben wollte) dort angekommen, mussten wir dann noch mal zweieinhalb Stunden totschlagen, da der nächste Bus schon voll war. Um 18.30 sind wir dann nach vier Stunden  Fahrt im Bus in Quepos angekommen. Hier haben wir wieder ein sehr nettes Hostel - geführt von einer englisch-neuseeländischen Familie mit zwei kleinen Kindern - gefunden. Mit einem Klick geht es hier zur Website des Hostel: WideMouthFrog. Wie dort zu sehen ist, gibt es hier sogar ein SwimmingPool und auch eine Küche. Beim Anmelden und dem Eintragen unserer Daten haben wir wieder mal festgestellt, dass wir die Ältesten sind. Manchmal, wenn wir in Unterkünften wie hier, mit vielen jungen Reisenden unterkommen, fühlen wir uns, wie zu unseren WG-Zeiten um mehrere Jahre zurück versetzt.

Nicht weit von Quepos entfernt liegt der Manuel Antonio Nationalpark. Ein kleines, aber angeblich besonders schönes Naturreservat. Schon am Flughafen wurde uns davon vorgeschwärmt. Leider kommt es hier laut Reiseführer aufgrund der Beliebtheit sehr oft zu großen Menschenansammlungen. So muss man an manchen Tagen seinem Nachbarn erst einmal begreiflich machen, daß man keine Tiere zu Gesicht bekommen wird, wenn er nicht aufhört so herum zu schreien. Unsere Hoffnung auf nicht so viele Besucher liegt mal wieder in der Nebensaison und darin, möglichst früh dort zu sein. Wir werden berichten, wie wir diesen Ausflug erlebt haben.

So, das war’s erst mal wieder von uns. Muchos saludos!

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