Zu Besuch bei den Pinguinen

Nach meiner Ankunft in Puerto Natales nahm ich mir einen Bus nach Punta Arenas. Die Fahrt dorthin führte durch die Pampa. Weitläufige Ebenen, die bis zum Horizont mit Gras und kleinen Büschen bewachsen ist. Ab und zu sieht man ein paar Schafe und an den Lagunen standen wie rosa Farbtupfer Flamingos im Wasser. Ich dachte immer Flamingos gibt es eher in wärmeren Regionen. Nach der Ankunft in Punta Arenas abends um 20.00 begebe ich mich auf die Suche nach einem Hostel. Nach kurzer Suche komme ich im Barefoot Hostal für kleines Geld im Dorm (Gemeinschaftszimmer mit Etagenbetten) unter. Die anderen Gäste hier sind mir ein wenig suspekt und so beschließe ich schon abends, mir am nächsten Tag eine andere Unterkunft zu suchen.

Am nächsten Tag mache ich morgens einen Gang durch die Stadt und buche mir für nachmittags eine Exkursion zu der Pinguinkolonie auf der Isla Magdalena in der Magellanstrasse. Die neue Unterkunft, die ich danach gefunden habe, ist auch nicht viel besser. Als die Herbergsmutti von mir wissen möchte, ob ich eine oder zwei Nächte bleibe, erwiderte sie auf meine Antwort, dass ich es noch nicht genau weiß, dass die Deutschen doch sehr kompliziert sind. Sie war wohl einfach nur enttäuscht, dass ich nicht gleich für 2 Nächte zahlen wollte. Aber wenigstens treffe ich dort abends noch einen Deutschen, der mir ein paar Tipps zum Wandern im Torres del Paine geben kann. Nachmittags nehme ich ein Taxi Colectivo zum Hafen, wo das Schiff zur Pinguinkolonie ablegen soll. Das Wetter ist schön, aber mit viel Wind. Auf dem Wasser sind viele weiße Schaumkronen zu sehen. Ca. 40 Personen steigen mit mir auf das Schiff „Melinka”. Während der Hinfahrt haben wir den Wind von hinten und so kann man die Fahrt draußen an der frischen Luft genießen. Weit weg am Horizont ist ein flacher Landstreifen zu sehen - Feuerland. Die alten Seefahrer benannten diese Insel nach den vielen Feuern, welche die Ureinwohner hier Nachts entzündeten. Nach 2 Stunden Fahrt betreten wir die Isla Magdalena. Wohin das Auge blickt, überall sind Pinguine zu sehen. Die Insel selber ist ohne Bewuchs. Eine staubiger und trockener Fels mit einem Leuchtturm in mitten der stürmischen Magellanstrasse. Ein markierter Weg führt vom Strand hoch zum Leuchtturm, wo ein kleines Museum untergebracht ist. Die Pinguine haben kaum Scheu und laufen einem auf dem Weg vom Meer zu ihren Höhlen vor die Füße. Die Tiere gehören zu der Gattung der Magellan-Pinguine. Sie werden ca. 60cm groß und finden sich hier im November ein um ihren Nachwuchs zu bekommen. Im März verlassen sie dann wieder die Insel, um in wärmere Gefilde zu schwimmen. Bis sie dann zurück kommen, gehen sie kein Mal an Land. Als ich auf der Insel war, waren die Babys schon fast so groß wie ihre Eltern, nur dass sie noch mit einem flauschigen Federkleid bedeckt waren. Die Pinguine kamen gerade vom Fischen zurück und watschelten lustig mit vorgestreckter Brust und schnellen Schrittes über die Insel. Ab und zu stolpert mal einer, rappelt sich aber schnell wieder auf, blicktsich irritiert um und setzt seinen drolligen Gang fort. So tolpatschig sie an Land sind, so flink und gewand sind sie im Wasser beim Fischen.

Nach einer Stunde drängt uns ein Besatzungsmitglied, der unsere Gruppe begleitet hat zur Eile an, da sich das Wetter zunehmend verschlechtert. Auf der Rückfahrt schaukelt es dann kräftig und alle Passagiere sitzen nun drinnen im warmen und dösen vor sich hin. Am nächsten Morgen mache ich mich dann auf den Rückweg nach Puerto Natales, um von dort in den Nationalpark Torres del Paine zu fahren.

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