Santiago de Chile

Nach zwei Wochen in Santiago haben wir es nun geschafft - ein kleiner Minibus ist gekauft, wir haben eine Liegefläche eingebaut, diversen Kleinkram zum Campen gekauft (eine Angel für die vielen Seen und Flüsse darf natürlich auch nicht fehlen) und zwischendurch haben wir uns mit einer netten Familie, die schon seit drei Jahren in Chile lebt  getroffen, von denen wir viele Tipps, auch in Bezug auf die Schwangerschaft bekamen und wir haben uns schon mal eine Klinik (Clinic Alemana) für die Geburt angeschaut, die uns auch sehr gut gefiel. Für alle, die es noch nicht wissen: wir bekommen ein Kind und werden wohl ein wenig länger in Chile bleiben.

Nachdem wir nun stolze Besitzer eines kleinen Minibus mit Schlafmöglichkeit sind, werden wir die nächsten drei Monate bis ca. Mitte März Zentralchile, die Region der Seen und einen kleinen Teil von Patagonien erkunden. Danach wollen wir uns für die ca. 5 Monate ein kleines Apartment in der Nähe von Santiago mieten. Im August/September steht unser Auto dann wieder zum Verkauf. Falls jemand zu diesem Zeitpunkt Interesse an einem eigenen Gefährt hat, bitte bei uns melden… Zu dieser Zeit fängt hier der Frühling gerade an, also die beste Zeit, um eine Reise durch Südamerika zu beginnen. Aber von Anfang an:

Chile hat uns am Sonntag den 30.Nov.2009 mit sehr frischen Temperaturen empfangen. Fast frostig kam uns die Luft vor, als wir morgens um 5.00 das erste Mal das Flughafengebäude in Santiago de Chile verließen. Für uns Wärmeverwöhnte war das auf jeden Fall viel zu kalt und so zogen wir uns schnell wieder in das Flughafengebäude zurück. Nach 2 ungemütlichen Stunden nahmen wir uns mit anderen Reisenden einen Shuttle-Bus direkt in das Zentrum von Santiago zu unserem vorher gebuchten Hostel. Bei unserer Unterkunft angekommen konnten wir uns erst einmal mit ein paar Toast und einem Kaffee/Tee stärken und wieder einmal die Zeit überbrücken, bis unser Zimmer sauber gemacht war. Dann um 8.00 konnten wir endlich in einem 6 Quadratmeter  großen Zimmer auf einem Etagenbett unsere Beine ausstrecken und haben bis Mittags durch geschlafen. Naja, so richtig zum Ausbreiten und für einen zwei wöchigen Aufenthalt war dieses Zimmer nicht gerade geschaffen, daher war schon klar, dass wir uns am nächsten Tag eine neue Unterkunft suchen werden. Aber an diesem Nachmittag haben wir erst einmal einen kleinen Spaziergang durch die nähere Umgebung gemacht. Unser Weg führte uns in das Viertel BellaVista. Dies ist das Party und Ausgehviertel von Santiago. Viele Kneipen, Discos, aber auch einen großen schönen Innenhof mit Restaurants, Cafes und kleinen Souvenirshops gibt es hier. Außerdem liegt in diesem Viertel der Cerro San Cristobal, den man zu Fuß oder mit der Seilbahn erklimmen kann.

Wir haben gestaunt, was hier in den Supermärkten wieder alles in den Regalen steht. Das Angebot ist riesig, hier gibt es wieder alles zu kaufen, was man sich vorstellen kann, die Infrastruktur ist gut, in Santiago gibt es eine moderne Metro, die Menschen sind sehr freundlich, schon am Flughafen haben wir eine hilfsbereite Chilenin getroffen, die uns ihre Telefonnummer gegeben hat, falls wir einmal Hilfe benötigen und unser erster positiver Eindruck hat sich in den darauf folgenden Tagen bestätigt. Wir haben es mal wieder richtig genossen, in einer modernen Metropole unterwegs zu sein und das Beste, man muss sich hier tagsüber keine Gedanken wegen der Sicherheit machen. Wir haben das Gefühl in einem Land zu sein, indem wir uns frei und ohne große Einschränkungen bewegen zu können. Na klar, muss man auch hier nach Einbruch der Dunkelheit vorsichtig sein und tagsüber aufpassen, das einem nichts aus der Tasche gezogen wird (wie in allen Großstädten).

Santiago hat seine schönen und hässlichen Seiten, unschön sind mit Sicherheit die vielen Hochhäuser und Wohnblocks, angenehm wiederum finden wir die vielen grünen Parks, das Klima, die Chilenen und das tolle Panorama, der nicht weit entfernten schneebedeckten Andenkette. Die chilenischen Anden bilden eine der höchsten Gebirgsketten der Welt mit vielen Gipfeln über 6000m. Santiago hat eine Einwohnerzahl von knapp 6 Mio. - das ist über ein drittel der chilenischen Bevölkerung.

Bisher hatten wir keinen Regentag, jeder Tag war ein Sonnentag mit Temperaturen um die 28° Grad. Nachts wird es ziemlich kühl, so das die Vormittags- und Abendstunden eigentlich die schönsten und angenehmsten am Tage sind. In den zwei Wochen haben wir Santiago schon ein wenig kennen gelernt. Allerdings weniger von der touristischen Seite. Die ersten Tage waren wir auf Autosuche. Die gebrauchten Autos sind hier im Gegensatz zu Europa leider verhältnismäßig teuer, aber wir hoffen den Wagen mit einem geringen Verlust wieder verkaufen zu können. Für den Kauf eines Autos braucht man in Chile zunächst erst einmal eine Steuernummer - die RUT. Die bekommt man beim Servicios de Impuesto Interno von der Gemeinde, in der man seine Wohnadresse hat. Danach ging es auf Autosuche. Um uns einen Überblick über den Automarkt zu verschaffen, war das Internet mal wieder sehr hilfreich. Letztendlich haben wir uns für einen Hyundai Minibus entschieden - 6 Jahre alt, 112 tkm, für immer noch 4.500.000,- chil. Pesos. Bezahlt haben wir in bar, da Auslandsüberweisungen sehr teuer sind. Das bedeutete aber 5 Tage hinter einander soviel Geld abzuheben, wie es geht (450 Scheine zählen dauert ca. 20 Minuten :-). Der Kaufvertrag wurde bei einem Notar, der auch den ganzen anderen Papierkram erledigt hat, mit Fingerabdruck unterschrieben. Jetzt mussten wir noch die zwei hinteren Sitzreihen los werden. Verkaufen wollten wir sie nur, wenn wir keine andere Möglichkeit mehr haben. Aber wir hatten Glück: Der Leiter der Autowerkstatt ,in der ich Luft- und Benzinfilter erneuern, einen Ölwechsel machen und die Bremsen überprüft ließ, hat sich bereit erklärt, unsere Sitzreihen auszubauen und im Keller der Werkstatt zu lagern, bis wir zurück kommen. Super nett und wir waren damit eine große Sorge los und konnten uns nun endlich daran machen, eine Liegefläche in den Bus einzubauen. Also ging es am nächsten Tag ab zum Baumarkt und heute am Sonntag haben wir die Liegefläche eingebaut und sind nun bereit zu Abfahrt. Das Fahren in Santiago ist noch relativ human. Die Verkehrsregeln werden meist eingehalten, allerdings wird im Strassenverkehr nicht viel Rücksicht auf einander genommen. Die Fahrspur wird schon gerne mal gewechselt, ohne das vorher anzuzeigen. Und wenn man selber die Spur wechseln möchte, sollte man sich nicht auf den Blinker verlassen und etwa erwarten, das man rein gelassen wird. Eher veranlasst es die Autofahrer die Lücke schnellstmöglich dicht zu machen und ja keinen Meter frei zu geben. Am besten man baut Blickkontakt auf und versucht mit dem Arm anzuzeigen, dass man sehr entschlossen ist, in eine Lücke zu fahren und einem ein paar Kratzer dabei völlig egal sind. Das Auto wird hier in Chile sowieso nicht so verhätschelt wie in Deutschland. Es ist ein Gebrauchsgegenstand und dementsprechend weisen schon 3 Jahre alte Wagen diverse Beulen und Kratzer auf. Aber das stört hier keinen.

Gestern waren wir noch bei Ann und Markus und ihrer kleinen 3 Monate alten Tochter zum Grillen eingeladen. Vielen Dank an Euch - es war ein schöner Abend und das Essen war sehr lecker.

So, wir sind gespannt, wie uns das Reisen mit dem Auto gefällt und drückt uns die Daumen, das wir nicht zu viele Pannen haben werden. Bis bald und viele Grüsse…

10 Kommentare zu “Santiago de Chile”

  1. Dirk sagt:

    Tolle Nachrichten und tolle Bilder.
    Euch eine gute Reise und immer grüne Welle und kommt immer heil an.
    Gudrun und Dirk

  2. Heiner sagt:

    Good to know you have landed safely in Santiago. Our friend Dagmar, who cycled around the world in the 1990s told us that Chile was one of the most beautiful countries they visited. So you seem to be in a good place. Enjoy. Heiner

  3. Nathalie sagt:

    Supertolle Neuigkeiten, wünsche euch alles Gute :-)

    Nathalie

  4. Jan sagt:

    Der zu kleine Wagen wäre der richtige gewesen. Kleine Autos kommen einfach weiter. Da lernt man sich erst richtig kennen und was fürs Leben, wenn man 200km von der nächsten Siedlung im Urwald stehen bleibt, weil der Schlamm bis zu den Fenstern geht. Aber Chile ist wahrscheinlich fast schon Europa? Allzeit gute Fahrt wünscht
    Jan

  5. Jana sagt:

    …wunderschöne Bilder und Du, Tatjana, siehst toll aus, steht Dir ;-)…!!! Passt auf Euch auf und alles Liebe.

    Deine Jana

  6. Andrea Manske sagt:

    Hallo ;-)

    Liebe Grüße aus dem verschneiten Hamburg;-)
    Ohhhhh was muss ich denn da lesen…das sind ja tolle Nachrichten *juhu*
    Nico und ich sind heut noch die letzten die fleißig arbeiten - naja oder so tun als ob…
    Wollten euch schöne Weihnachtsgrüße rüber schicken und natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen….das für euch bestimmt sehr interessant wird ;-)
    Alles Gute von mir und Nico !!

  7. Klemens sagt:

    Hallo Tatjana,

    las gerade die Seiten über Chile… hoffe natürlich, dass es Dir bzw. Euch bei möglichst allem gut geht.

    Ich wünsche gute Feiertage ohne (negative) Turbolenzen und insbesondere für das Jahr 2010 alles gute!

    Viele Grüße nach SA

    Klemens

  8. Claudia sagt:

    Alles Gute zum Geburtstag, Tatjana! Feiert schön
    Claudi

  9. Örnie sagt:

    Alles Liebe zum Geburtstag, liebste Tatjana! Euch ein schönes Weihnachtsfest…
    Ich denk an Euch!
    Örnie

  10. Claudia sagt:

    Hi Ihr Weltenbummler,
    ich wuensche Euch alles Gute fuer das Jahr 2010, moegen weiterhin Eure Wuensche in Erfuellung gehen, bleibt Gesund und gluecklich. Dicke Buessis aus Hamburg

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