Sambodhi Home

Das Sambodhi Home ist eine Organisation, in der Geistige und körperliche Kinder die Schule besuchen können.

Angegliedert an die Schule ist ein Waisenhaus, in der körperlich und/oder geistig behinderte Waisen einen Ort zum Leben finden können.

Behinderungen, seien es körperliche oder geistige sind in einem Land wie in Sri Lanka eine zusätzliche Belastung für die Angehörigen und das Umfeld der Betroffenen. Diese Tatsache liegt an verschiedenen Umständen. Hierzu gehört die Unterversorgung von Hilfsmitteln, finanzielle Schwierigkeiten, mangelnde Information über optimale Versorgung bei verschiedenen Erkrankungen. Es gibt keine staatliche Unterstützung, wie speziell dafür eingerichtete Schulen, Kindergärten, familiäre Unterstützung oder Einrichtungen, die in Sozialer Unterstützung für die Betroffenen und ihre Angehörigen hilfreich sind.

der Leiter.JPGDer Leiter der Einrichtung ist selbst seit seiner Kindheit an Polio erkrankt und hat selbst ein Leben mit Behinderung erfahren. Daher hat er es sich zur Aufgabe gemacht, einen Platz zu schaffen für junge Menschen mit einer Behinderung. Er selbst als auch seine Mitarbeiter arbeiten unentgeltlich und ein Großteil der Mitarbeiter hat selbst eine Behinderung.Produkt der Arbeit.JPG

Sambodhi Home ist gegliedert in eine Schule für Kinder zwischen drei und achtzehn Jahren und ein sich anschließendes Waisenhaus, in dem auch mittlerweile Erwachsene Waisen untergebracht sind. In die Schule gehen überwiegend Kinder aus den umliegenden Dörfern Galles.

Die Schule stellt sich vor

Es gibt eine Klassen mit ausschließlich an Down-Syndrom erkrankten. Die Mitarbeiter selbst haben kaum Vorstellungen von den Erkrankungen. Es werden verschiedene Dinge aus Holz selbst hergestellt und auch anschließend zum Verkauf angeboten.

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In Engpaßsituationen unterrichten auch Angehörige und Eltern der Schulkinder. Der Unterrichtsstoff beinhaltet handwerkliche Tätigkeiten, wie Nähen, Malen, sowie Aktivitäten aus dem täglichen Leben als auch Schreiben und Lesen. Die Unterrichtsinhalte werden individuell dem Anforderungsniveau angepasst. Das faszinierende an dieser Arbeit ist, dass die Kinder bunt gemischt sind in Bezug auf Altersstufen und unterschiedlichste Erkrankungen und Behinderungen.
Schulklasse.JPG Es kommen immer mal wieder- verstärkt seit dem Tsounami 2005- freiwillige Helfer und setzen sich und Ihre Kräfte hilfsbereit ein. Diese Unterstützung erfolgt entweder durch unterrichten, Angebot von Freitzeitaktivitäten oder Hilfe beim Wiederaufbau des Sambodhi Homes, wie zum Beispiel beim Wiederherstellen der Elektrizität. Aus Leitungsperspektive hat der Tsounami auch im eigenen Land nach dieser Katastrophe ein anderes Bewußtsein der Bevölkerung für hilfsbedürftige Menschen geschaffen. Zeitgleich hat die internationale Hilfe nicht immer die Menschen erreicht, die es hätte erreichen soll, wie uns der Leiter berichtet.

Das Waisenhaus

Junge im Rollstuhl.JPG Das Waisenhaus ist ein sich an die Schule anschließendes Gebäude. Ein Ort für geistige und körperlich behinderte Menschen ohne familiären Rückhalt.Dieses sind vor allem schwer kranke Menschen, die wenigsten können auch die Schule besuchen. Dort gibt es auch einen Raum für die medizinische Versorgung vor Ort mit einem dort arbeitenden Pfleger.Krankenversorgung.JPG

Das Sambodhi Home ist sehr glücklich über diese durch Spenden finanzierte Möglichkeit der Versorgung vor Ort.
Im Waisenhaus gibt es verschiedene Schlafsääle, die von der Einrichtung her sehr einfach gestaltet sind. Große Schlafsääle mit schlichten Betten, welche aneinandergereiht sind. Für uns Europäer kaum vorstellbar, ein Leben mit so vielen Menschen auf so engem Raum zu teilen. Die Menschen, denen wir dort begegneten waren offen und freundlich und es war spürbar, dass sie glücklich waren, einen Platz zum Leben gefunden zu haben.
Den Menschen dort kann man schon mit einfachsten Mitteln helfen, da sie momentan über wenig Information und Wissen zur Hilfe und Selbsthilfe verfügen. Es gibt dort eine große Offenheit und gewissermaßen Wissbegierde, neues zu erfahren und zu lernen, um Wissen an die Hand zu bekommen, um sich selbst zu helfen.
So wurden wir als Medizinstudenten und Ergotherapeutin gefragt, ob wir das Sambodhi Home nochmals besuchen würden, wo wir uns gesondert Patienten ansehen sollten mit der Bitte, weitere Optionen zu zeigen, um diesen Menschen zu helfen.grosse-augen.jpg
Medizinische Versorgung.JPG So entschieden wir uns, das Sambodhi Home ein weiteres Mal zu besuchen. Bei diesem Besuch wurde uns deutlich, was für viele Komponenten diesen teilweise noch sehr jungen Menschen das Leben so schwierig macht. Ein wichtiger Faktor dabei waren wenig Wissen und Informationen über Erkrankungen, ihren Verlauf und Therapieoptionen, als auch mangelnde medizinische Versorgung und natürlich Gelder.
Beispielsweise lernten wir einen Jungen mit juveniler Dystrophie kennen mit beginnender Lähmung der Atemmuskulatur. Ein Mädchen mit seit länger bestehenden Knieschmerzen bei bestehendem Beckenschiefstand und erheblicher Beinlängendifferenz wurde uns auch vorgestellt. Eine Frau mit Osteomalazie und erheblichen Schmerzen in den Extremitäten besuchten wir am Krankenbett. Uns wurden auch viele junge Menschen mit bestehender Spastik vorwiegend in den Extremitäten vorgestellt. Hier gab es von Seiten der Betreuer kaum Informationsgehalt über das Lösen von Spastiken aller Art. So habe ich dort an den Patienten die „Tapping”-Methode gezeigt, wo über die Stimulation der Extensoren (Streckermuskulatur) ein Gleichgewicht erzielt wird in Bezug auf das bestehende Ungleichgewicht zwischen Extensoren und Flexoren (Streckern und Beugern) bei einer Spastik . Auch die Erklärung, dass es wichtig ist, diese Spastiken immer wieder zu lösen, um präventativ einer Kontraktur (Einsteifung) der Spastik entgegenzuwirken, war für die Betreuer neu.

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Auf diesem Foto ist auch noch die Wasserlinie an dem Gemäuer des Raumes zu erkennen, als der Tsounami vor 1 Jahr in Galle war.
Dieses Bild verdeutlicht unseres Erachtens, wie viele hilflose Menschen ihr Leben im Tsounami verloren haben. Gerade die Bewohner vom Sambodhi Home hatten wenig Chance, sich zu retten. Viele hatten keine Chance, sich aufgrund von körperlicher Behinderung auf die Dächer zu retten, wie es sonst viele Menschen getan haben, als der Tsounami kam. Uns wurde berichtet, dass in allem Unglück es sich glücklicherweise um einen Feiertag handelte, an dem der Tsounami kam.
So waren demnach viele Kinder zu dem Zeitpunkt bei ihren Familien im Landesinneren.
Es kamen dennoch einige Kinder und Bewohner aus dem Sambodhi Home ums Leben. Auch die Angst war ein Jahr nach dem Tsounami zu dem Zeitpunkt, als wir dort waren deutlich spürbar. Die Eltern hatten Angst, ihre Kinder nach der Katastrophe zurück zum Sambodhi Home und zur Schule zu bringen, die ja so nah am Meer liegt.
Die Angst vor dem Meer und dem Wasser ist bei vielen Bewohnern noch bis zum heutigen Tage vorhanden.Abschiedsgeschenk in Arbeit.JPG

Insgesamt war der Besuch im Sambodhi Home auch für uns eine sehr berührende Begegnung mit Menschen, die uns allen sehr offen begegnet freundliche Gesichter.JPGsind und welche dankbar waren über die Information, die wir Ihnen mitgeben konnten in der kurzen Zeit, die wir vor Ort waren.
Als Abschiedsgeschenk haben wir dem Sambodhi Home selbst gemachte „Fühlsäckchen” hinterlassen, die wir mit verschiedensten Materialien gefüllt haben. Auf die Idee sind wir gekommen, da es dort viele Menschen mit einer körperlichen Behinderung gab, die auch taktile Defizite hatten, so daß uns dieses Geschenk als sehr nutzvoll erschien. Es wurde auch dankbar entgegengenommen.
Unsere Gedanken waren anschließend noch länger im Sambodhi Home und seinen freundlichen Menschen. Unser Weg ging dann anschließend wieder zurück an die Uni in Galle, wo wir unser PJ-tertial in der Chirurgie fortsetzten.
Morgens gönnten wir uns ab und an Buns and tea vor der chirurgischen Visite und uns war dann noch deutlicher bewusst, wie gut es uns doch ging.Abschied Komillitonen.JPGuniversitaetsausweisung.jpgFaculty of Medicine.JPGKomillitonen.JPGBuns and Tea.JPG