Nicaragua 2007

Bericht über unsere Rucksackreise durch Nicaragua
vom 24.06.07 bis 23.07.07 (Helge & Tatjana)

24.06.07 - 26.07.07 Ankunft und Granada

Drei Flüge, zweimal umsteigen und eine Übernachtung auf dem New Yorker Flughafen… so kamen wir ein wenig übermüdet auf dem Intern. Airport von Nicaragua in der Nähe der Hauptstadt Managua an. Ausserhalb des Flughafengebäudes rannten wir ersteinmal gegen eine Mauer aus tropischer Hitze. Sehr heiss und schwül, aber es ist doch überraschend wie schnell man sich daran gewöhnt.

Ausnahmsweise gönnten wir uns vom Flughafen ein Taxi nach Granada. Nach längerem Suchen fanden wir auch eine nette Hospedaje. Allerdings hatte dieSchaumstoffunterlage auf unsrem Bett nicht den Namen Matratze verdient und schon wieder eine Nacht ohne richtig schlafen zu können, wollten wir nicht. Darum fragten wir nach einer anderen Unterlage. Nach einigem hin und her aufgrund der Verständigungsschwierigkeiten, bekamen wir ein Zimmer in einem anderen Haus - sogar mit eigenem Schlüssel. Dort trafen wir zwei Deutsche, die gerade dabei waren einen kleinen Reiseführer über die Corn Islands zu schreiben, zwei Inseln in der Karibik, welche auch zu Nicaragua gehören. Abends haben wir noch eine Kleinigkeit in einen der vielen Restaurants gegessen. Dazu gabs natürlich auch ein Tonia (einheimisches Bier und sehr lecker). Es gibt zwei einheimische Biersorten, Victoria und Tonia ,aber nur das Tonia gibt es auch in Literflaschen…:-)

Voll freudiger Erwartung was der Tag uns bringen wird, wachten wir am nächsten Tag ausgeschlafen auf. Zum Frühstück gab es in der Hospedaje Obstsalat oder Omlete mit einem frisch gepressten Saft und Kaffee. Das typische Nicafrühstück besteht aus Eiern, Reis, Gurken, Tomaten und rote Bohnen. Das ist sehr sättigend am Morgen, aber es soll ja auch bis Abends vorhalten, denn tagsüber ißt man bei der Hitze höchstens mal ein wenig Obst, wie zum Beispiel Mangos, die an jeder Strassenecke in Scheiben geschnitten, mit Salz und scharfer Sauce verkauft werden. Den Tag und auch die folgenden über haben wir zu Fuß Granada erkundet. Granada besitzt einige sehr schön restaurierte Gebäude im Kolonialstil. Man merkt der Trend geht hier aufwärts. Abends haben wir in einem der kleinen Restaurants etwas gegessen und getrunken.

Nicaragua wurde 1520 von den Spaniern als Kolonie besiedelt. Gründung der Städte Granada 1523 und Leon 1524.

sandino (Medium).JPG

Hauptsächlich sind hier Amerikaner (Gringos) unterwegs, die von vielen Einheimischen, aufgrund der geschichtlichen Vergangenheit nicht so gerne gesehen werden. Lange Zeit unterstützten die USA die Diktatur von Somoza. Nachdem Diktator Somoza 1979 mit seiner Familie nach Florida floh, errichteten die Sandinisten eine im Westen nicht anerkannte Regierung. Die Contras, Reste der Nationalgarde Somozas kämpften gegen die Sandinisten und wurden von den USA unterstützt, bis 1990 die Sandinisten die freien Wahlen verloren. Obwohl die Sandinisten viel für das Volk getan hatten, zermürbte der Kampf gegen die Contras die Bevölkerung und die USA versprachen bei einem Wahlsieg des konservativen Wahlbündnis, das Wirtschaftsembargo gegen Nicaragua aufzuheben und die Contras nicht mehr zu unterstützen. Seit dem 08.11.2006 sind jedoch wieder die Sandinisten (FSLN) mit Präsident Daniel Ortega an der Macht.

27.06.07 - 30.06.07 Isla de Ometepe

Isla de Ometepe       Von Granada aus ging es mit dem Localbus und einer Fähre weiter zur Isla de Ometepe. Das Reisen mit den alten zum Teil bunt angemalten amerikanischen Schulbussen, welche hier und in ganz Mittelamerika als öffentlich Transportmittel eingesetzt werden, ist sehr günstig. Es geht zwar nur im Schneckentempo voran, da die Busse alle 10 Min. halten, um jemanden aufzunehmen oder aussteigen zu lassen, aber trotzdem macht es Spaß mit diesen Bussen unterwegs zu sein. Die Fenster sind alle offen und der kühle Fahrtwind ist angenehm, man kann in aller Ruhe die Landschaft betrachten und bekommt einiges vom Leben der Einheimischen mit, welche zum größten Teil sehr freundlich zu uns waren. Vor allem, wenn man erzählte das man nicht aus den USA komme. Viele Nicas kennen Deutschland durch die DDR, denn diese hatte enge Beziehungen zu Nicaragua, nachdem die Sandinisten die Regierung stellten.

Mit der Fähre setzten wir bei recht stürmischen Wetter über zur Isla de Ometepe. Wir hatten jedoch den Wind von hinten und somit konnten wir die Sonne und den schönen Ausblick auf die Isla geniessen.

Auf der Isla angekommen haben wir uns mit anderen Rucksacktouris einen kleinen Transporter zu einer Hospedaje genommen, welche uns eine Deutsche in Granada empfohlen hat. Nachdem uns diese Unterkunft aber zu teuer war, sind wir ca. einen Kilometer weiter zur nächsten Hospedaje gegangen. Diese hatte zwar nicht ganz so schöne Zimmer, aber dafür war sie günstig, ruhig und wurde von einer einheimischen Familie geführt.

Auf der Isla de Ometepe ist die Armut sehr groß, viele wohnen in einfachen Wellblechhütten, die keine größeren Wassermassen abhalten können. Es herrscht eine Arbeitslosigkeit von 90%. Die Bildung und medizinsche Versorgung ist sehr schlecht. Jedoch haben einige Hilfprojekte die Lage schon verbessert, wie zum Beispiel das ometepe-projekt-nicaragua (siehe unter Links).

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         Wir machen einige schöne Wanderungen auf der Insel. Unter anderem zu einem wunderschönen Wasserfall am Vulkan Maderas.

Leider haben wir den Vulkan auf Grund schlechten Wetters nicht bestigen, aber das wird bei unserem nächsten Besuch gemacht. Denn das wir wieder kommen haben wir schon beschlossen, allein um endlich mal richtig Spanisch zu lernen. Die Insel lädt zu einigen schönen Wanderungen ein, bei denen man sehr viele Schmetterlinge sieht und ab und zu mal einen Brüllaffen, man kann sich Mountainbikes ausleihen oder auf dem Rücken eines Pferdes die Insel erkunden. Das Wasser des Sees fanden wir weniger einladend zum Baden ich war zwar mal kurz drin, aber ich bevorzuge doch mehr das glasklare Wasser, als diese trübe Brühe in der es auch noch Haie gibt. Bullsharks (Bullenhai) oder gemeiner

Grundhai genannt, sind die einzigen Süßwasserhaie der Welt und können bis zu 3,5mOLYMPUS DIGITAL CAMERA         lang und 200kg schwer werden. Er gehört zu den für den Menschen gefährlichen Haiarten. Aber da der See von Nicaragua 15 mal so groß ist wie der Bodensee und die Haie stark dezimiert wurden, ist die Wahrscheinlichkeit so ein Exemplar beim Schwimmen mit den Füßen zu kitzeln, wohl kleiner als ein Sechser im Lotte. Komisches Gefühl ist es trotzdem dort zu baden.

30.06.07 - 07.07.07 San Juan del Sur

Bucht San Juan del SurNach drei Tagen Ometepe zog es uns weiter. Wir wollten vor allem ans Meer - den Pazifik, den bisher noch keiner von uns beiden gesehen hat. Nachdem Tatjana ihr Medizinstudium vor gerade mal 2 Wochen erfolgreich beendete, hatten wir einfach Lust mal gar nichts zu tun, nur ein weing baden, sonnen, lesen, Spaziergänge machen und lecker essen. Aber vor allem wollten wir Sonne, Strand und Meer.

San Juan del Sur nahe bei der Grenze zu Costa Rica liegt ca. 100km Luftlinie entfernt. Aber mit dreimal umsteigen, Wartezeiten und eine neue Hospedaje suchen, planten wir einen ganzen Tag dafür ein. Morgens also früh aufgestanden und mit dem Publicbus erst einmal zum Hafen von Ometepe, dort auf die Fähre nach San Jorge, von da ein Taxi zum Busterminal und dort in den richtigen Bus nach San Juan del Sur. Mit dem Taxifahrer hatten wir noch eine kleine Auseinandersetzung. Er meinte verstanden zu haben, daß wir ein Taxi nach San Juan del Sur haben möchten und alsOLYMPUS DIGITAL CAMERA         wir nach 15min. immer noch nicht am Busterminal waren, sondern rechts und links nur Weideland zu sehen war, viel uns auf, daß seine interessierten Fragen in den letzten 15min. nur den Zweck hatten, uns davon abzulenken, wo wir lang fahren…Aber nachdem wir etwas energischer verlangt haben, er solle sofort umdrehen, tat er es auch. Allerdings mitten auf der Straße, wo uns mehrere Autos unter lautem Gehupe ausgewichen sind. Dies war einer der ganz wenigen Versuche Einheimischer uns mehr Geld abzuknöpfen. Wirklich verübeln kann ich das nicht, wo wir doch für hiesige Verhältnisse sehr reich sind. Aber ich sehe auch nicht ein, warum ich mich aus falsch versandenem Mitleid übers Ohr hauen lassen soll. Ich bezahl gerne mal mehr wenn es für ein guten Zweck ist, wie bei unserer späteren Vulkanbesteigung, aber man sollte sich doch immer zur Wehr setzen, wenn versucht wird einem auf linke Tour, Geld aus der Tasche zu ziehen. Viele Touris sagen da nix, weil sie der Meinung sind das es für uns ja nur ein paar Euro sind, für die Menschen hier aber ein ganzer Tageslohn. Der Verlust wird dann unter Entwicklungshilfe verbucht. Doch durch so ein Verhalten werden die Einheimischen eher dazu ermutigt, die Touris mit Unwahrheiten hinters Licht zu führen.

Nach sehr holpriger Fahrt, die weinigsten Strassen in Nicaragua sind geteert, kamen wir am späten Nachmittag in San Juan del Sur an. Beim ersten Hostel liessen wir unsere Rucksäcke zurück und machten uns auf die Suche nach einer netten Unterkunft. Das war leichter gesagt als getan, viele waren ausgebucht, meisten von amerikanischen Surfern, die auch zum Teil ganze Häuser gemietet hatten, oder es war uns zu dreckig, zu teuer,…. Langsam wurde es jedoch Zeit, das wir irgendwo unterkamen, da es auch schon länger dunkel war. Bald fanden wir etwas annehmbares - wie wir glaubten. Nächsten Tag wollten wir uns dann nach was Schönerem umschauen. Es ist doch immer wieder ein Genuss nach einem anstrengenden Tag seien Rucksack abzusetzen und eine Dusche zu nehmen. Abends waren wir noch essen in einem der vielen Restaurants an der Uferpromenade. Hier gibt es sehr guten, frischen Fisch. Meist mit Salat, Reis, Tostones (fritierte Kochbananen) und einer Sauce. Dazu natürlich immer ein paar Tonia in Literflaschen. Wir hatten ein schönen Abend und OLYMPUS DIGITAL CAMERA         freuten uns nun aufs Bett, doch was war das für ein Lärm, als wir zurück kamen… direkt neben unserer Hospedaje war eine Open Air Disco. Jetzt wurde uns auch klar, warum die meisten Zimmer hier leer standen und der Besitzer auch sofort das Übernachtungsgeld haben wollte. Warscheinlich sind hier schon öfter Gäste Hals über Kopf geflüchtet, nachdem sie festgestellt hatten, wo der Haken ist. Naja für uns war es zu spät sich noch auf die Suche zu machen. Vor allem nachdem wir mehr als die zwei üblichen Flaschen getrunken haben und Cocktails sind ja auch sehr lecker… Wir sind wohl so gegen vier eingeschlafen.

Am nächsten Tag haben wir sehr viele Hospedaje’s abgeklappert und fanden dann auch eine direkt am Meer mit einem kleinem Balkon und ausser einem Bett noch zwei Stühlen und ein Tisch, an dem wir morgens frühstücken konnten. Wir fühlten uns wie in einem kleinem Appartement und dann auch noch mit Meeresblick und -rauschen. Wir konnten nachts die Balkontür auflassen und es wehte immer eine kühle Brise ins Zimmer. Manchmal besuchten uns morgens zwei Papageien, die dann im Dachstuhl sassen.

Wir verbrachten eine Woche in San Juan del Sur, haben schöne Spaziergänge gemacht bei denen wir literweise Wasser schwitzten, kleine Nachbarbuchten besucht, interessante Leute getroffen und die Zeit genossen, hier zu sein. Es gibt traumhafte Buchten in dieser Gegend, die allerdings nur mit einem Geländewagen erreichbar sind. Viele der Buchten sollen erschlossen werden und man kann dort noch für einen relativ geringen Kaufpreis Grundstücke erwerben (ca. 25.000, - 60.000,-US$).

Da wir noch andere Orte von Nicaragua besuchen wollten und unsere Urlaubszeit nun schon fast zur Hälfte vorbei war, beschlossen wir nach einer Woche Juan San del Sur zu verlassen.

07.07.07 - 13.07.07 Leon

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         Die Fahrt nach Leon führte mit den localbus über Rivas und Managua. In Managua haben wir noch mit einem Taxi den Busterminal gewechselt. Die Taxifahrten sind im Gegensatz zu Deutschland natürlich sehr billig, allerdings ist es immer wieder krass, wie schnell man sich an das Preisniveau in einem fremden Land gewöhnt. Die Fahrten mit den Bussen machen eigentlich fast immer Spaß, nur selten sind die Busse so voll, dass es unangenehm wird. Es ist schön die Landschaft an sich vorbei ziehen zu lassen, doch nach 8 Std. Busfahren, hat man irgendwann genug und sehnt sich danach anzukommen.

In Leon fanden wir dann nach längerem Suchen endlich eine Hospedaje: La Dentista, muß wohl früher ein Zahnarzt oder Labor gewesen sein. Einen alten Zahnarztstuhl gab es auch noch. Geführt wurde die Unterkunft von einer Familie. Für 8,-US$ war diesOLYMPUS DIGITAL CAMERA         unsere billigste Unterkunft. Zudem stand der Dollarkurs auch sehr zu unseren Gunsten, so dass wir im Endeffekt nur ca. 6,-€ zu zweit gezahlt haben. Nach fünf Tagen hatten wir es aber auch echt satt in dem Zimmer zu schlafen. Die Matratze war super weich die Dusche nicht so toll und was mich am meisten stört in so warmen Ländern, wenn keine Fenster aufgemacht werden können und man die Tür doch lieber abschließt über die Nacht. So kam kaum frische Luft in die Zimmer und dem entsprechend muffig war es dort. Da ist es doch viel angenehmer am Meer zu sein. Dort weht immer eine kühle Brise.

Aber Leon war neben Granada die zweite Kulturhauptstadt Nicaraguas und zu dem auch noch Partnerstadt Hamburgs. Ausserdem liegen mehrere Vulkane in wandbild_leon (Medium).JPGunmittelbarer Nähe und der Strand, ist in nur 40 min. mit dem Bus zu erreichen. Hier in Leon ist viel mehr Leben, als in Granada. Es gibt viele kleine Geschäfte, Kneipen und Restaurants und an vielen Wänden sind Wandmalereien zu sehen, die die Ereignisse, als sich das Volk gegen die Herrschaft des Diktators Samoza auflehnte, zeigen. Die Städte Leon und Granada konkurierten einmal beide um den Rang der Hauptstadt von Nicaragua. Schon 1856 kam es zu einem Bürgerkrieg zwischen der liberalen Elite in Leon und der konservativen in Granada. Da man sich im Land nicht einigen konnte, wurde einfach zwischen den beiden Städten eine neue gebaut, welche nun Landeshauptstadt ist: Managua. Von Managua wurde uns wegen der hohen Kriminalität, aber oft abgeraten. Die zwei Male in denen wir mit dem Taxi durch Managua gefahren sind, haben uns auch gereicht. Laut, stickig, dreckig und nicht besonders sehenswert.

Wie immer, wenn wir einen neuen Ort erreichen, haben wir auch hier in Leon, die ersten zwei Tage große Spaziergänge ohne Ziel durch die Stadt gemacht, um unsere Umgebung zu Fuß zu erkunden. Und wenn man die Augen offen hält, ergeben sich daraus oft weitere Möglichkeiten, für Unternehmungen. So haben wir in den folgenden Tagen drei Ausflüge aus der Stadt in die Umgebung unternommen. Zum einen waren wir am Strand in Las Penitas, wo wir dann auch später noch einmal für längere Zeit waren, wir haben den kleinen aber noch sehr aktiven Vulkan Cerro Negro bestiegen. Letzter Ausbruch war 1999. Und es ergab sich die Möglichkeit eine Rumdestillerie zu besichtigen.

Bei Wikepedia ist folgendes über den Vulkan zu lesen:

“Der Cerro Negro ist ein 728m hoher Vulkan in Nicaragua, der in der Nähe der Stadtcerro_negro.JPG Leon liegt. Er befindet sich in der Bergkette Cordillera de los Maribios, in der viele aktive Vulkane liegen.
Dieser Vulkan ist sehr aktiv, kann aber bestiegen werden, da sich die Eruptionszeiten auf Grund seiner besonderen Beschaffenheit sehr genau vorraussagen lassen. Bei jedem Ausbruch wächst der Vulkankegel.”

cerro_negro2 (Medium).JPGDie Besteigung des Vulkans unternahmen wir in einer geführten Gruppe vom Verein der”Las Tias”. Der Erlös kam den Las Tias zu gute, die sich um die Ausbildung von Strassenkindern kümmern. Unsere Gruppe bestand aus einem Deutschen, dessen Freundin in Leon gblieben war, da sie von einem Tauchkurs, den sie in Honduras absolvierte noch Ohrenschmerzen hatte, einem Österreicher, der seine Diplomarbeit in Managua schreiben wollte, und zwei Französinin. Unser Guide war ein sehr netter Student aus Leon. Die Tour war nicht besonders anstrengend und wir haben später schon Witze über die vielen eingelegten Pausen gemacht. Laut Plan sollte die Tour von morgens um 5.00 bis Nachmittags um 16.00 gehen. Getroffen haben wir uns auch alle rechtzeitig mogens um 5.00 zum Früstück. Doch nach Frühstück und einanhalb Stunden Wartezeit auf den Bus ging es dann eigentlich erst um 8.00 Uhr los und durch die regelmäßig eingelegten Pausen, haben wir es dann sogar geschafft die Tour bis auf drei Uhr auszudehnen. Aber was solls…es war eine nette, bunt zusammen gewürfelte Gruppe und wir haben andere interessante Reisende kennen gelernt. Vom Krater aus ging es dann auf der anderen Seite des Vulkans über eine 45° steilen Abhang aus Geröll im Laufschritt bergab. Am Ende der Tour fragte unser Guide uns, ob wir Lust hätten am nächsten Tag die grosse und bekannte Rumfabrik von “Flor de Cana” zu besichtigen. Dies sagten wir natürlich sofort zu, da es auch noch kostenlos war. Schnell hatten wir einen Besichtigungstermin für den nächsten Tag vereinbart.

Die Besichtigung war auch sehr interessant, schade war nur, das unser Spanisch nichtrumfabrik (Medium).JPG besonders gut war und wir so nur einen Bruchteil der Informationen mitbekamen.

Am selben Tag haben wir auch noch den Stadtteil Hamburgo in Leon besucht. Dieser besteht aus 30 - 40 einfachen Steinhäusern, deren Aufbau von Hamburg finanziert wurde. Es war ziemlich schwierig diesen Stadtteil zu finden. Hamburgo lag weit außerhalb in einer sehr ärmlichen Gegend und war nicht besonders bekannt. Allerdings wollten wir doch sehen wie es dort aussieht, den wir hatten auch gehört das die Häuser dort nach Hamburger Stadtteilen benannt wurden…

13.07.07 - 18.07.07 Las Penitas

strand_laspenitas (Medium).JPGNach einer guten Woche in Leon wollten wir nun zum Abschluss bevor es wieder zurück nach Deutschland ging, noch einmal an den Pazifik. Las Penitas nicht weit von Leon entfernt, bot sich dafür an. Dort fanden wir dann auch schnell eine sehr schöne Unterkunft. Besitzerin war eine Französin, die hier mit einem Nica verheiratet war. Die Sauberkeit, das gute Essen und die Organisation der kleinen Hospedaje viel sofort auf: hier musste ein Ausländer seine Finger im Spiel haben.

Die Unterkunft lag an einer Lagune, die der Beginn eines Naturreservats ist. Von hier aus erstrecken sich 30km unbewohntes Gebiet. Bestehen aus Sandstrand mit dahinter liegendem Mangroven, durchzogen von kleinen Wasserarmen.

In den fünf Tagen haben wir hier viele Strandspaziergänge gemacht, eine kleinestrasse_laspenitas (Medium).JPG Kajaktour durch die Mangroven und ansonsten viel gefaulenzt. In Las Penitas gibt es sehr viele leer stehende Häuser direkt am Strand. Alles wirkt wie plötzlich verlassen und schon ein bisschen herunter gekommen.

18.07.07 - 22.07.07 Granada und Abflug

Die letzten drei Tage beschlossen wir in Granada zu verbringen. Dort konnte wir noch mal eine Bootstour durch die Isletas, eine Inselgruppe im See von Nicaragua, machen. Ausserdem war am 19.07.07 ein Feiertag an dem wir nicht in Managua sein wollten. Denn wir bekamen schon im Vorfeld mit, das zu diesem Tag alles nach Managua strömen sollte, um den Sieg der Revolution zu feiern. In Granada fanden wir in einer Hospedaje Unterkunft, die uns von der Französin in Las Penitas empfohlen wurde. La Siesta wurde von einem Franzosen, der mit einer Nica verheiratet war, geleitet. Die Leute waren sehr nett und gaben uns gute Tips von wo aus wir die Bootsfahrt zu den Isletas machen sollten, um keine überhöhten Preisen zu zahlen. Auch das Taxi zum Flughafen organisierte uns der Franzose. Denn wir mussten uns darauf verlassen, das uns dieses pünktlich morgens um 4.30 abholte, damit wir rechtzeitig am Flughafen sind. Unser Flug sollte um 6.30 gehen. Das hat auch alles wunderbar geklappt. Nur der Flug von Miami nach bett_newyork (Medium).JPGNew York hatte durch ein Unwetter soviel Verspätung, das wir den Anschlussflug nach Hamburg verpassten. Nach langen Verhandlungen mit American Airlines bekamen wir dann Nachts um 2.00 endlich ein Hotelzimmer und ein paar Gutscheine im wert von 30,-US$ pro Person für den nächsten Tag. Denn unser Anschlußflug ging genau 24 Stunden später. Wie gut das ich noch ein Tag Urlaub mehr eingeplant hatte. Aber so musste ich dann gleich am nächsten Tag nach meiner Ankunft wieder zur Arbeit.

Gerne hätten wir auch noch das Hochland von Nicaragua gesehen und eine der vielen Kaffeeplantagen dort besichtigt oder zu den Corn Islands zwei kleine Inseln in der Karibik oder eine Tour durch den dichten Regenwald im dünnbesiedelten Osten Nicaraguas oder oder oder… ja vier Wochen Urlaub sind schon recht viel, wenn man einen festen Job hat, aber es reicht doch bei weitem nicht aus ein Land richtig zu bereisen und kennen zu lernen. Außerdem habne wir das Gefühl, das unser Fernweh nach jeder Reise nur noch stärker wird. Naja, irgendwann kommt auch einmal der Tag an dem wir auf unbestimmte Zeit verreisen werden. Vielleicht finden wir dabei ja auch einen schönen Platz zum Leben oder längerem Verweilen.